Arbeitsrecht -Mobbing

Neun von zehn Arbeitnehmern finden Mobbing gut…“

So lautet ein Witz den jemand, der tatsächlich an seinem Arbeitsplatz Anfeindungen durch Mitarbeiter oder gar den Chef erfährt, wohl kaum zum Lachen veranlassen dürfte. 

Denn leider ist die Realität für Betroffene stets eine bittere Erfahrung, die noch lange nicht endet, wenn die Bürotüre sich schließt.

Zumeist erstrecken sich die Belastungen, die mit Mobbing-Attacken und Anfeindungen im Berufsleben einhergehen auch auf den privaten Lebensbereich – und nicht selten ist es die Familie die mitleidet. Nicht nur weil sie die Empfindungen teilt, sondern auch weil Stress- und Spannungszustände auf sie übertragen werden, sie als Blitzableiter für aufgestaute Frustration dient, die im Berufsalltag nicht entladen werden kann, da man gar um seinen Job bangen muss, setzt man sich zur Wehr – so zumindest die Befürchtung vieler Betroffener. Und wo einen neuen Job herbekommen, von jetzt auf gleich…

Das bedeutet jedoch nicht, dass man unbegrenzte Leidensfähigkeit beweisen muss – die juristischen Möglichkeiten sich zu wehren sind vielseitig, wenn auch nicht unbedingt immer einfach.

Wollen Sie sich gegen Mobbing wehren, ist es notwendig Handlungen und Aktionen gegen Sie zu identifizieren und zu isolieren. In der Praxis ist das nicht immer einfach, denn Mobbing-Handlungen müssen abgegrenzt werden von sog. „sozialadäquaten Arbeitsplatzkonflikten“. Dies will sagen, dass an einem Ort wie dem Arbeitsplatz, viele Menschen und damit auch unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen. Hierbei sind kleine Reibereien und Aneckungen vorprogrammiert, unvermeidbar und oftmals auch all zu menschlich. Aber auch diese Grenze kann überschritten werden. Wann dies der Fall ist kann ein außenstehender Beobachter oftmals objektiver beurteilen, denn die eigene Objektivität ist es, die in Konfliktsituationen zu meist als erstes verloren geht. Auch sind die Grenzen oft fließend und das Mobbing ein schleichend fortlaufender Prozess der sich kaum merkbar hochschaukelt. Daher ist jedem zu empfehlen, der das Gefühl hat in die Mobbingfalle zu geraten, ein sog. „Mobbingtagebuch“ zu führen. Handlungen und Aktionen von Kollegen und auch dem Vorgesetzten sollten dort festgehalten werden. So können konkrete Anfeindungen definiert, in ihrer Gesamtheit als Mobbing identifiziert und damit gezielt angegriffen werden.

Dem Arbeitgeber eines erwiesenen Mobbingopfers werden oft empfindliche Schadensersatzzahlungen auferlegt – auch wenn es die Kollegen waren und der Chef tatenlos zusah oder die Augen verschloss. Dieser hat nämlich seinen Arbeitnehmern gegenüber gewisse Treue- und Obhutspflichten. Zu diesen gehört auch, dass er sie vor Übergriffen anderer Arbeitnehmer zu schützen hat. Das kann sogar die Pflicht zur Kündigung des mobbenden Kollegen beinhalten.

Das Leiden kann ein Ende finden – ich helfe Ihnen gerne dabei Auswege aus der „Mobbingfalle“ zu finden, und diese gemeinsam zu beschreiten.

Bleiben Sie nicht länger das Opfer – setzen Sie sich zur Wehr.

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